Reisen nach Polen

In den letzten mehr als 15 Jahren bin ich oft in Polen gewesen und manchmal habe ich das Gefühl, das Land besser zu kennen als mein eigenes. Im Besonderen bin ich den Spuren des jüdischen Lebens in Polen nachgegangen und habe dabei allgemein bekanntes überprüft und neues entdeckt. Es müssen nicht nur Warschau, Wrocław, Łódź oder Krakau sein, auch die Provinz etwa Białystok, Zamość, Łancut oder Lwow (heute Lviv in der Ukraine) bieten Einblicke in das einst so reiche jüdische Leben in Polen.

Je nach Zeit und Interesse können wir folgende Orte besuchen:

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Remuh Synagoge Krakau

JÅdisches Museum Warschau (12)Der Klassiker: Warschau und Krakau (3 Tage) – vom jüdischen Warschau bleibt nur ein Hauch, immerhin die wichtigste Synagoge in Polen, die noch heute die Juden der Hauptstadt eint. Die Prozna Straße vermittelt einen Eindruck vom Vorkriegs-Warschau. Eine Spurensuche des einstigen Ghettos und des Ghettoaufstandes sollte mit dem Besuch des Historischen Jüdischen Instituts verbunden werden. Nach den Plänen der finnischen Architekten Rainer Mahlamaeki und Ilmari Lahdelma wurde Museum für die Geschichte der polnischen Juden erbaut, dessen ständige Ausstellung 2014 eröffnet wird.
Mit dem Zug geht es nach Krakau – Kazimierz, das bekannt wurde durch Spielberg’s Film „Schindler’s Liste“. Auf einem Spaziergang durch das jüdische Viertel erahnen wir, wie es in vergangenen Jahrhunderten war. Es geht vorbei an den Synagogen von Kazimierz, die heute teilweise wieder für Gottesdienste oder als Museen genutzt werden. Die jüdische Gemeinde Krakaus zählt heute etwa 150 Mitglieder. Das „Galicja“ Museum, das vom Briten Chris Schwarz ins Leben gerufen wurde, beherbergt eine interessante ständige Fotoausstellung über jüdische Stätten in Polen. Von hier ist es nicht weit bis zum Krakauer Ghetto und zur Werkstatt von Oskar Schindler, das neuerdings als Museum für die Geschichte der Krakauer Juden zur Zeit der Besatzung dient.

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Auschwitz als Tagesexkursion: Das Lager Auschwitz I kann in größeren Gruppen nur mit einem Führungsassistenten der Gedenkstätte oder individuell besichtigt werden. Dies gilt nicht für das Vernichtungslager Auschwitz II Birkenau; Auschwitz Monowitz existiert nicht mehr. Vieles über das Lager habe ich von meinem Freund und Holocaustüberlebenden Noah Klieger erfahren, was ich gern weiter geben möchte.
Warschau kann ebenfalls mit einem Aufenthalt in Łódź kombiniert werden. Sofort denkt man dabei an das Ghetto, das länger als andere zwischen 1939 und 1944 existierte. Die Juden repräsentierten ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Stadt und ein Drittel der Eigentümer von Fabriken (hauptsächlich Textilindustrie) waren ebenfalls Juden. Der Jüdische Friedhof ist der größte in Europa mit etwa 180.000 Gräbern. Ich bin persönlich immer sehr beeindruckt von der Gedenkstätte am Bahnhof Radegast, von wo aus die Deportationen in die Konzentrationslager von Auschwitz und Chełmno organisiert wurden.

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Plac Bohaterów Getta, Krakau

Wroclaw und Krakau (drei Tage): Wroclaw / Breslau ist eine Stadt, die vom deutschen Judentum geprägt ist, und aus der zahlreiche berühmte Rabbiner wie Leo Baeck oder Hermann Cohen hervorgegangen sind. Die Synagoge „Zum Weißen Storch“ ist aus privaten finanziellen Mitteln der norwegischen Künstlerin Bente Kahan wieder zu neuem Leben erweckt worden. Auf den Friedhöfen Breslaus finden wir u. a. die Gräber von Ferdinand Lassalle oder der Familie von Abraham Geiger: deutsch-jüdisches Leben par excellence.

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Schindlers Fabrik heute

Mit dem Zug geht es nach Krakau – Kazimierz, das bekannt wurde durch Spielberg’s Film „Schindler’s Liste“. Auf einem Spaziergang durch das jüdische Viertel erahnen wir, wie es in vergangenen Jahrhunderten war. Es geht vorbei an den Synagogen von Kazimierz, die heute teilweise wieder für Gottesdienste oder als Museen genutzt werden. Die jüdische Gemeinde Krakaus zählt heute etwa 150 Mitglieder. Das „Galicja“ Museum, das vom Briten Chris Schwarz ins Leben gerufen wurde, beherbergt eine interessante ständige Fotoausstellung über jüdische Stätten in Polen. Von hier ist es nicht weit bis zum Krakauer Ghetto und zur Werkstatt von Oskar Schindler, das neuerdings als Museum für die Geschichte der Krakauer Juden zur Zeit der Besatzung dient.

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Synagoge Zamość

Der Osten Polens: Lublin – Majdanek – Zamość – Kazimierz Dolny – Warschau (minimum 4 Tage): Lublin gilt auch als das jüdische Oxford, obgleich heute nur noch wenige Spuren davon zu entdecken sind. Unweit der Stadt befindet sich eine der Todeswerkstätten der Deutschen – das Konzentrationslager Majdanek. Zamość ist eine Bilderbuchstadt, die von Jan Samojski im 16. Jh. nach italienischem Muster angelegt wurde. Die Stadt ist im II. Weltkrieg nicht zerstört worden, so dass das gesamte Ensemble inklusive einer mittlerweile restaurierten Synagoge vom Beginn des 17. Jh. bestaunt werden kann. Kazimierz Dolny – klein, aber voller Reize. Die Synagoge beherbergt ein traditionelles jüdisches Museum mit vielen Judaica. Ein kurzer Aufenthalt in Warschau kann angeschlossen werden.

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Przemysl Synagoge

Von Krakau nach Lwow (5 Tage minimum): Beide Städte sind zweifelsohne voller Spuren jüdischen Lebens, aber welche Orte befinden sich dazwischen? Eine der schönsten Synagogen, die ich bisher gesehen habe, befindet sich in Łancut. Auch in Przemyśl und Jarosław existieren noch Synagogen, leider teilweise in einem erbärmlichen Zustand. Beachten Sie bitte, dass die Stadt Lwow in der Ukraine liegt und diese nicht zu den Ländern der Europäischen Union gehört.