Jüdisches Berlin

Hackescher Markt
Rund um den Hackeschen Markt

Berlin Scheunenviertel: Heute redet man viel darüber, wie „in“ das Scheunenviertel ist mit seinen zahlreichen Boutiquen, Galerien, hippen Bars und Restaurants. Gleichzeitig finden wir hier wichtige Spuren jüdischen Lebens der Stadt: die erste Synagoge, die ihnen nach der Neuansiedlung der Juden vom preußischen König zugestanden wurde. Nebenan in der Rosenstr. das Denkmal von Ingeborg Hunzinger, das an den Protest der Frauen im März 1943 gegen die Inhaftierung ihrer jüdischen Ehemänner erinnert – Legende und Wahrheit der „Fabrikation“? Touren 1 und 2

Blindenwerkstatt von Otto Weidt: Jeder kennt Oskar Schindler, aber nicht Otto Weidt, einer der Gerechten unter den Völkern, der zwischen 1940 und 1943 blinde und gehörlose Berliner Juden in seiner Fabrik zur Herstellung von Besen und Bürsten beschäftigte. Heute finden wir hier ein Museum in den teilweise originalen Räumen der Werkstatt. Touren 1 und 2

Otto Weidt Otto Weidt

StolpersteineOftmals stolpern wir über Steine mit kurzen Informationen über Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden – das Projekt Stolpersteine von Gunter Demnig.

Die Toleranzstraße: Große Hamburger Straße mit dem ersten jüdischen Friedhof, dem jüdischen Gymnasium und dem Jüdischen Altersheim als Sammelpunkt für die Vorbereitung der Deportation der Berliner Juden.

Neue-Synagoge-300x225

Neue Synagoge – Centrum Judaicum heute und damals: Die Ausstellung in den Vorräumen der Neuen Synagoge belegt die bewegte Geschichte dieser Synagoge und zeigt jüdisches Leben im Vergleich zum aktuellen Berlin. Wie groß ist denn eigentlich die jetzige Gemeinde? Wie viele Juden leben überhaupt in Deutschland und warum? Sind es bald nur noch sowjetische Juden in den deutschen jüdischen Gemeinden? Touren 1 und 2

Adass Isroel

Die Orthodoxe Gemeinde Adass Isroel: 1869 spaltete sich die jüdische Gemeinde in Berlin in eine orthodoxe und eine reformierte. In unmittelbarer Nachbarschaft der ehemaligen Synagoge der orthodoxen Gemeinde befindet sich das einstige jüdische Krankenhaus, später AHAWA – jüdisches Kinderheim, dessen unvergessliche Leiterin Beate Berger war. Touren 1 und 2

Ahawa

Jüdischer Osten Berlins: Im Szenebezirk Prenzlauer Berg befindet sich Deutschlands größte erhaltene Synagoge, die zwischen 2004 und 2007 instand gesetzt wurde und seitdem wieder nach „typisch Rykerithus“ die Beter einlädt. Unweit entfernt finden wir den zweiten jüdischen Friedhof mit den Gräbern von Max Liebermann, Gerson von Bleichröder, James Simon, Abraham Geiger und Giacomo Meyerbeer. Daneben steht das Gebäude des Jüdischen Altersheims, das zu einem Wohnhaus umgebaut wurde. Tour 3

Jüdischer Friedhof Weißensee: Persönlich mag ich den jüdischen Friedhof in Weißensee besonders, ist er doch eine Reise durch das Berliner oder deutsche Judentum von 1880 bis in die Gegenwart. Insgesamt sind hier etwa 115 000 Personen begraben. Sie alle bilden einen Mikrokosmos, der Weltgeschichte erzählt. Anhand einer Auswahl von Grabstätten möchte ich Ihnen diesen näher bringen. Tour 3

JÅdisches Museum (5)Besuch des Jüdischen Museums: Imposant, provokant und interessant sieht das von Libeskind gestaltete Jüdische Museum aus. Verschaffen Sie sich einen allgemeinen Überblick über die Ausstellung und Architektur (ungefähr 2 Stunden) oder wählen Sie einen Schwerpunkt. 2.000 Jahre deutsch-jüdischer Geschichte sind genügend Stoff für mehrere Führungen. Tour 2

Gedenkstätten: Derer gibt es in Berlin viele, die an die Entrechtung, Verfolgung und Vernichtung der Berliner Juden erinnern. Diese wurden vornehmlich erst in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts geschaffen. Was war passiert, warum nicht vorher? Das größte Denkmal ist das von dem amerikanischen Architekten Peter Eisenman JÅdisches Berlingestaltete Denkmal für die in Europa ermordeten Juden. Bekannt ist zweifelsohne die von Micha Ullman geschaffene leere Bibliothek auf dem Bebel-Platz (Tour 4), aber außerdem imponiert auch das Denkmal in der Levetzowstraße oder im Bayerischen Viertel, wo recht unscheinbar etwa 80 Schilder an die Verfolgung der Schöneberger Juden erinnern. Beim Besuch von Gleis 17 stellt sich die Frage der Mitschuld der Deutschen Reichsbahn und ihrer Mitarbeiter an der Organisation der Deportationen aus Berlin. Ganz in der Nähe gelegen ist das Haus der Wannsee-Konferenz oder eher doch der Ort eines Arbeitsessens von Staatssekretären und Vertretern des NS-Apparates.* (Tour 3) Im Mai 2010 wurde das neue Informationszentrum „Topographie des Terrors“ eingeweiht, das versucht, der Frage nach den Tätern im Verhältnis zu den Opfern nachzugehen. Es wird erneut der Anlauf unternommen, auf die Frage: Wie war denn das möglich gewesen? Antworten zu finden. Tour 2

*Der Besuch der Wannseevilla ist individuell, da das Haus niemandem von auswärts erlaubt, Führungen zu geben.

Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen: Das KZ Sachsenhausen – etwa eine Autostunde von Berlin in nördlicher Richtung gelegen – ist auf den ersten Blick nicht so bekannt wie etwa die großen deutschen Vernichtungslager in Auschwitz, Lublin (Majdannek), Bełżec, Sobibór oder Treblinka, spielte jedoch eine wichtige Rolle als Zentrale der Konzentrationslager. Für den Besuch der Gedenkstätte sollten fünf Stunden eingeplant werden. Tour 5